28.05.2009

Kochen mit Spritze und Stickstoff

Es sieht aus wie Kaviar, schmeckt aber nach Möhre. Solche Überraschungen sind in der Molekularküche nicht ungewöhnlich. Auf der Suche nach neuen Gaumenfreuden experimentiert man hier mit den chemischen und physikalischen Eigenheiten von Lebensmitteln. Der Kaviar, der keiner ist, entsteht zum Beispiel dadurch, dass Möhrensaft mit aus Meeresalgen gewonnenem Alginat vermischt und mit einer Spritze in ein Kaliumchlorid-Bad gegeben werden. Dort bilden sich dann die von einer hauchdünnen Schicht umhüllten Kügelchen.

Die Spritze ist in der Molekularküche das, was in der herkömmlichen Küche der Kochlöffel ist. Da verwundert es kaum noch, wenn hier nicht mit Hitze gekocht wird, sondern mit Kälte. Auf solch coole Tests muss man erst mal kommen. Eine Flasche mit flüssigem Stickstoff wird darum wohl in jedem Kochlabor zu finden sein. Durch die Behandlung mit der extreme Kälte verändern sich die Lebensmittel und lassen sich neu formen. Eine warme Zitronenemulsion verwandelt sich im Stickstoff-Bad etwa in einen knusprigen Schaum mit einem weichen, fruchtigen Kern. Das ist auf jeden Fall geschmacklich verblüffend.

Das Kochen mit Molekülen ist ein relativ junger, aber durchaus erfolgreicher Zweig der internationalen Gastronomie. Es gibt angesagte Restaurants, die auf diese Weise ihre Speisen zubereiten und damit Gourmets aus aller Welt anziehen. Wenn sie es slebst ausprobieren möchten sollten sie evtl. erst mal mit gebrauchte Küchengeräte üben um dann profesionelle zu kaufen.

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